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ZONTA Regio Kunstpreis

(sk) Die ZONTA Clubs der Regio zeichnen alle zwei Jahre eine Künstlerin in wechselnden Bereichen der Bildenden Kunst aus. Der mit 3'600 Euro dotierte Preis wird vorrangig an eine Künstlerin im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz vergeben mit dem Ziel, ihre Arbeit zu fördern und eine breitere Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Dabei zählt einzig die Ausdruckskraft ihres Schaffens, Alter und materielle Situation spielen keine Rolle.

Der Preis wurde 1998 erstmals durch die ZONTA Clubs Bad Säckingen, Basel, Freiburg und Südschwarzwald unter der Bezeichnung ZONTA Kunstpreis ausgelobt. Seit 2002 wird die Auszeichnung als ZONTA Regio Kunstpreis verliehen, nachdem sich das Preisgremium im Herbst 2001 durch den Beitritt des ZC Oberrhein und des ZC Liestal neu formierte. Die Jury setzt sich aus zwei Vertreterinnen der jeweiligen ZONTA Clubs zusammen.

Preisträgerinnen
2009 Petra Böttcher, Efringen-Kirchen (Fotografie)
2007 Mechthild Ehmann, Dachsberg (Skulpturen)
2005 Daniela Erni, Basel (Arbeiten auf Papier)
2003 Gabriella Gerosa, Basel (Video)
2001 Gabriele Langendorf, Rheinfelden (Malerei)
1998 Christina Ohlmer, Freiburg (Malerei)

Petra Böttcher

Petra Böttcher (wm) Die Preisträgerin 2009, Petra Böttcher, wird für ihre Fotografien, die mit der Lochkamera entstehen, ausgezeichnet. Konsequent beschäftigt sie sich seit 1991 ausschließlich mit demselben Pappmodell, das eher einer Handtasche oder einem alten Radio ähnelt.

Einen Einblick in die Arbeit der Preisträgerin gewähren Ausschnitte aus dem Artikel "Kunst, die aus einem kleinen Kasten aus Pappe kommt" von Birgit-Cathrin Duval:

Werke Petra Böttcher Petra Böttcher fotografiert. Man könnte auch sagen, sie malt mit Licht, wenn man das Wort in seiner ursprünglichen Bedeutung betrachtet. Wenn Petra Böttcher fotografiert, dann drückt sie keinen Auslöser. Ihre Bilder speichert sie nicht als digitale Daten auf eine Speicherkarte. Ihre Kamera hat keine 12 Megabyte Pixel, auch kein ultrascharfes Objektiv. Stattdessen ist ihre Kamera aus Pappe gefertigt und statt eines Objektivs ist ein winziges Loch zu sehen.

"Für mich ist es wichtig, dass die Bilder in der Kamera, vor Ort und allein durch Belichtung entstehen," erklärt Petra Böttcher ihre Arbeitsweise. Seit 1991 ist die Lochkamera ihr Medium, mit dem sie surreale und visionäre Bilder auf Mittelformatfilm belichtet. In Zeiten, in denen digitale Fotokameras immer mehr technisch hochpräzisen Computern gleichen, mit Hilfe komplizierter Programme Bilder am Bildschirm bearbeitet werden, gibt sich die 1957 in Cuxhaven geborene Grafik Designerin und Fotografin - was das Fotografieren anbelangt ganz "Low-Tec". Ihre Lochkamera ist ein auf das Wesentliche reduzierter Apparat, mit dem sich Bilder erzeugen lassen: ein dunkler Kasten, eine kleine, mit Schieber verschließbare Öffnung, die als Auslöser und Blende dient, sowie lichtempfindliches Material.

Boettcher I am like_200 Ihre Kamera, so erzählt Petra Böttcher, sei so etwas wie "ihr drittes Auge". Mit ihrer Arbeit will sie Bilder sichtbar machen. Wobei nichts dem Zufall überlassen bleibt. Denn: "Vor einem guten Bild steht erst einmal die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema." Dazu zählen ihre intensiven "Künstlerischen Selbstgespräche" wie auch der Austausch mit ihrer Freundin und Künstlerkollegin, der Malerin Ulrika Olivieri.

Es folgt der Prozess des Machens, des Suchens von Orten, das Erfühlen der richtigen Aufnahmezeit. Aber auch das spielerische Experimentieren, ohne das man zu keinen neuen Ergebnissen kommt. Ihre gescannten Filme lässt sie im Fachlabor vergrößern. Ein wichtiger Prozess, bei dem sie mit vor Ort ist, "damit die Farben auf der Vergrößerung so sind wie auf dem belichteten Dia."

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©bcm Download des gesamten Artikels.

Eine kleine Werkauswahl wird sie anlässlich der feierlichen Preisverleihung am 25. April 2009 im Dietschy-Saal, Haus Salmegg in Rheinfelden/Baden zeigen.

Biografie
1957 geboren in Cuxhaven, Norddeutschland
1986 Beginn der Ausstellungstätigkeit
1988 Grafik-Design-Diplom, HBK Braunschweig bei Prof. Michael Ruetz, Gastprof. Manolo Laguillo, Barcelona
1988 Übersiedlung in den Süden
1988-1990 Industrie- und Werbefotografie
seit 1990 freischaffende Künstlerin
Mitglied BBK Südbaden und GEDOK Freiburg

Einzelausstellungen (Auswahl)
1986 Fotogalerie Bordenau, Neustadt a. Rbge.
1988 Studiogalerie der HBK Braunschweig
1988 Fotogalerie Bordenau, Neustadt a. Rbge.
1992-1998 Efringen-Kirchen
1997 Galerie im Schürli, Niedereggenen
2001 Max-Planck-Institut, Freiburg
2004 Burghof, Lörrach
2006 Bergkirche Opfingen
2006 Museum Alte Schule, Efringen-Kirchen
2007 Vincas Grybas-Museum, Jurbarkas, Litauen
2007 Haus Salmegg, Rheinfelden/Baden
2008 Fraunhofer Institut, Freiburg
2008 WG Ebringen

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1998 Villa Aichele, Städtische Galerie Lörrach
1998 Galerie im Schürli, Niedereggenen
1999 Städtische Galerie Schwarzes Kloster, Freiburg
2001,2005 Alte Werkhalle, Waldshut
2001 Perplex, Bundeskunsthalle, Bonn, GEDOK
2001 Galerie Werkstatt, Reinach/CH
2002 50 Jahre Kunst in Baden-Württemberg Schloss Bonndorf, Museum des Landkreises
2002 Gemeindehaus, Reinach/CH
2003 Galerie im Schürli, Niedereggenen
2004-2006 Fotografie 1-3, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg
2004 Kunsthaus Baselland, Muttenz/CH
2005 Kunst Raum, Riehen/CH
2006 Palazzo dei Carmelitani, Partinico/Italien
2006 Kunstforum Hochrhein-Fricktal, Waldshut
2007 Ausstellung zum Gabriele-Münter-Preis 2007, Martin-Gropius-Bau (Berlin), Berlin und Frauenmuseum Bonn
2007 Kunsthaus L6, Freiburg, GEDOK Freiburg
2007 25 Jahre Kreiskunst, Neues Landratsamt Freiburg
2007 St. Andreasberg/Harz
2007 Galerie Art In, Meerane
2008 SpielArt, BBK Landesausstellung Regierungspräsidium Karlsruhe
2008 30. Internationale Hollfelder Kunstausstellung, Burg Freienfels, Hollfeld
2008 Große Kunstausstellung Villa Kobe (Halle, Saale)
2008 Stadthalle Laufenburg (Schweiz)
2008 Regionale9, Städtische Galerie Weil am Rhein
2009 Al-Thani Award for Photography 2008 Ausstellung und Projektion, Doha/Qatar

Bekanntestes Werk
2004 "Von dem Fischer un syner Frau II", Überdimensionaler Karpfen
2004
2005
2005
2007
2007
Burghof Lörrach
Alte Werkhalle, Waldshut Tiengen
Kunst Raum Riehen/CH (Regionale6)
Martin Gropius Bau, Berlin (Gabriele-Münter-Preis-Ausstellung)
Frauenmuseum Bonn (Gabriele-Münter-Preis-Ausstellung)

Kunst im öffentlichen Raum
1998 Burghof Lörrach, Telefonzelle
'zielstrebig I': 298 x 124 cm
'zielstrebig II': 270cm x 120cm
2004/08 Burghof Lörrach, Theke
'Gestrandet': 75 x 1650 cm
2006 Vortragssaal Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, Lörrach
'Gedankenstrich': 4cm x 48cm x 600cm, LED-hinterleuchtet

Auszeichnungen
1997 Anerkennung Europäischer Architekturfotografie-Preis 'Architektur schwarzweiß'
mit nachfolgenden Gruppenausstellungen:
   Bundeskunsthalle, Bonn
   Haus der Architekten, Stuttgart
   International festival of architecture and design, Edinburgh/GB
   Galerie Aedes East, Hackesche Höfe, Berlin
   Galerie für Architektur und Arbeit, Gelsenkirchen
   Fachhochschule Nürnberg
   Nikon Image House-Galerie, Küsnacht/CH
   Pasinger Fabrik, München
   Photokina, Köln
2004 Fotos des EAP '97: Neue Sammlung der Pinakothek, München
2008 Semifinalistin des Hasselblad Masters Award (mit Lochkamerafotografie)
2009 ZONTA Regio Kunstpreis

Mechthild Ehmann

Mechthild Ehmann (sk) Die Skulpturen von Mechthild Ehmann reflektieren die Bildhauerei in einer ihrer wesentlichen Eigenschaften: der Entstehung des Werks durch das Behauen von Stein. Erst das ständige, unwiderrufliche Wegnehmen von Material führt von der geschlossenen Form des ursprünglichen Steinblocks zur eigentlichen Skulptur. Werke Mechthild Ehmann Es ist ein steter Dialog zwischen innerer und äußerer Form, den die Künstlerin zuweilen anhand von groben Arbeitsspuren sichtbar stehen lässt. Zugleich verweisen diese Spuren auf den Widerstand des Materials, den es zu überwinden gilt. Die Natur des Steins, seine Festigkeit und seine Schwere, erfährt durch die polierte Oberfläche, auf der das Licht flimmert, oder den vom Betrachter nicht sichtbaren Auflagepunkt, um den sich einzelne Skulpturen drehen lassen, eine überraschende Lebendigkeit und Leichtigkeit. Ehmanns bildnerische Arbeit basiert auf diesem Kontrast und dem, auch gelebten, Vertrauen in die Struktur von Gegensätzen.

Biografie
1963 in Schwäbisch Gmünd geboren
1982 Abitur am Kolleg St. Blasien
1983-86 Steinmetzlehre an der gotischen Münsterbauhütte in Schwäbisch Gmünd
1986-88 Gesellentätigkeit an der gotischen Münsterbauhütte in Schwäbisch Gmünd
1988-94 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Professoren Karl Henning Seemann, Josef Nadj, Robert Schad und Micha Ullman
  Lebt und arbeitet seit Abschluss des Studiums freischaffend mit ihrem Mann Conrad Schierenberg und drei Töchtern im Südschwarzwald.

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1996 Woher wir kommen, wohin wir gehen, Schloss Bonndorf
1998 Kunst in der Werkhalle, Waldshut
Junge Kunst in den Landkreisen, Wanderausstellung in Süddeutschland
1999 Skulpturen-Kabinett, Freiburg im Breisgau (u.a. mit Karl Henning Seemann)
2000 Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen
Skulpturen-Kabinett, Freiburg im Breisgau
2007 Gegenstand und Abstraktion, Haus Salmegg, Rheinfelden (mit Conrad Schierenberg)

Einzelausstellung
1993 Galerie zum Elephanten, CH-Zurzach
1994 Galerie im Alten Schloss, Wehr
1999 Galerie am Pfleghof, Tübingen
Hans-Thoma-Museum, Bernau
Art-Forum, Riehen/Basel
2000 Galerie zum Elephanten, CH-Zurzach
Galerie im Schuerli, Schliengen
Werkschau im Rahmen des EnBW-Förderpreises im Hans-Thoma-Museum, Bernau
2001 Galerie im Schlosskeller, Waldshut-Tiengen
ART Bodensee, A-Dornbirn
Galerie Vagt, Berlin
Kunstverein, Löfflngen
2002 Galerie am Pfleghof, Tübingen
ART Bodensee, A-Dornbirn
Kunstverein, Bahlingen a. K.
2004 Galerie Königsbau, Stuttgart
Kunst-Messe, München
2005 ART Karlsruhe
2006 Hans-Thoma-Museum, Bernau
2007 Art Station, Zürich

Auszeichnungen
2000 EnBW-Förderpreis
2007 ZONTA Regio Kunstpreis

Daniela Erni

Preisübergabe Daniela Erni (sk) Kupferplatten, Wiegestahl, Nadel, Säurebad, Farbe, Wischgaze, Druckerpresse - Daniela Ernis Arbeiten entstehen in einer Umgebung mannigfaltiger Handgriffe und Materialien bevor sie auf dem Papier erscheinen. Sie entstammen alle dem Tiefdruckverfahren, dessen Spuren in das Papier dringen und zuweilen sich scheinbar in ihm auflösen. Druckgrafik wird hier nicht als technische Möglichkeit der Vervielfältigung eingesetzt, vielmehr interessiert die Künstlerin daran, den Widerstand des Metalls zu spüren, Zeichen zu setzten, sie wieder auszuwischen, die Spuren ahnbar zu lassen, sich dem Material hinzugeben, wie sie sagt.

Werke Daniela Erni Ihre Werke besitzen zumeist keine Titel. Sie zeigen Motive, deren Formen an natürliche Wachstumsprozesse erinnern und die Nähe zur Pflanzen- und Tierwelt nicht leugnen. Dennoch bleiben sie unbekannt, entstammen sie trotz dieser Verwandtschaft nicht der Natur, sondern jenem kreativen Prozess, den die Künstlerin zwischen Metallplatte und Papier in Gang setzt.

Biografie
1966 in Sursee(LU) geboren, aufgewachsen in Menziken (AG).
Lebt und arbeitet in Basel
1991-94 Studium an der Schule für Gestaltung, Basel (Fachklasse Originaldruckgrafik)
Aufbau und Mitarbeit in der Werkstatt für Druckgrafik, Warteck p.p. Basel
1994-95 Kursleiterin in der Werkstatt für Druckgrafik, Warteck p.p. Basel
1996 Cité Internationale des Arts, Paris (Atelierstipendium des Kanton Basel-Landschaft)
seit 1998 eigenes Druckgrafikatelier in Basel
2003 Aufenthalt in Genua (Atelierstipendium des Kanton Solothurn)
Reisestipendium Fondation Marc Jurt, Vaumarcus(NE)
1995-96 Gaststudium an der Schule für Gestaltung, Basel (Videofachklasse)
2000 dreimonatige Asienreise

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1988 Jahresausstellung Luzern
1992 Berowergut, Riehen
Werkraum Schlotterbeck, Basel
1993 Galerie Liliane Andrée, Basel
1995 Galerie +/- Basel
Shed im Eisenwerk Frauenfeld (Sand-Raum-Zeit Performance)
1996 Ausstellungsraum Cité Internationale des Arts, Paris
1997 Ausstellungsraum Klingental, Basel
1998 Triennale für Originaldruckgrafik, Musée des Beaux-Arts Le Locle
1999 Wasserreservoir, Basel (mit Hans-Jürg Meier)
Galerie Mäder, Basel
2000 Internationale Triennale für Originaldruckgrafik, Grenchen
2001 M 54, Basel
2002 Galerie bij de boeken, Ulft (Niederlande)
2004 Galerie Esther Hufschmid, Zürich
Stadthaus Olten, Kunstverein Olten
Kunstraum L6, Freiburg im Breisgau
2005 Galerie Werkstatt, Reinach

Einzelausstellung
1999 Galerie Impress, Olten
2001 Forum Flüh (SO)
Ausstellungsraum 4. Stock, Solothurn
2003 Galerie Form und Funktion, Biel
2004 Fondation Marc Jurt, Vaumarcus (NE)

Auszeichnungen
1998 1. Preis der Triennale für Originaldruckgrafik, Le Locle
2005 ZONTA Regio Kunstpreis
seit 1992 regelmässige Ankäufe ihrer Werke durch Institutionen und Sammlungen, u.a. Univeritätsbibliothek Basel; Schweizerische Landesbibliothek Bern; Kunstkredit Basel; STG Coopers & Lybrand AG, Basel; La ville de Neuchâtel; Kunst- und Kulturförderung Kanton Solothurn; Kupferstichkabinett Basel; GSBK; Bank Ehinger, Basel; Musée Jenish, Vevey

Gabriella Gerosa

Gabriella Gerosa (sk) Videobilder besitzen, wie Film oder Fotografie auch, den unwiderstehlichen Reiz, das Dargestellte für wahr zu halten, viel mehr als ein gemaltes Bild dies je suggerierte. Was uns Gabriella Gerosas Videos zeigen, Alltagsszenen und Naturbeobachtungen, scheint uns zudem vertraut. Gestützt wird diese Vertrautheit noch durch die ruhige Bildführung, die Kamera ändert ihre Position beim Ablauf der Bilder nicht und lässt das Gesehene als wie etwas selbstverständlich Beobachtetes erscheinen. Und dennoch, ganz so wohlgefällig, wie es auf den ersten Blick aussieht, sind die Videos nicht.

Haustiere des Selbstmoerders IV Da ist die oft extreme Nahsicht mit starken Verkürzungen und zuweilen eine ungewöhnliche, von oben herab oder tief unten angesetzte Perspektive. Beides setzt uns als Betrachter unvermittelt ins Geschehen, besonders wenn uns die Bilder in Lebensgrösse vor Augen sind, und ruft zugleich eine leichte Verunsicherung hervor, vor allem, wenn die Blickwinkel einander ergänzen und die Bilder womöglich in Zeitlupe erscheinen, oder der Zeitraffer den Bewegungen einer Pflanze einen eigentümlich menschlichen Aspekt verleiht. Ein fragender Blick auf die Werktitel schafft in dieser Ungewissheit kaum Klarheit, er bestätigt sie vielmehr. Nicht, dass wir das Gesehene als unglaubwürdig empfinden, es herrscht eher eine gewisse Beunruhigung, die sich aus der Spannung zwischen den als real wahrgenommenen Bildern und ihrem der geläufigen Erfahrung von Wirklichkeit nicht entsprechenden Sehen ergibt. Wer die Irritation akzeptiert, die Gabriella Gerosa mit ihren Videobildern auf subtile Art erzeugt – das «schaurig Schöne», wie sie es nennt –, der erlebt sie als eine Bereicherung des Sehens, eine Anregung, sich durch das Sehen leiten zu lassen ohne es dem Wissen unterzuordnen. Wir beginnen, dem Alltäglichen, scheinbar hinlänglich Bekannten Zusammenhänge zuzugestehen, die nur das Sehen ermöglicht. Gerade deshalb sind die Videobilder so eindrücklich.

Biografie
1964 in Mendrisio (TI) geboren
Lebt und arbeitet in Binningen (BL) und Castel San Pietro (TI)
1984-85 Auslandaufenthalt in London
1986-87 Studienaufenthalt in Berlin
1988 Geburt von Carlo
1990-93 Studium an der Schule für Gestaltung, Basel (Bildhauerklasse)
1994 Geburt von Robert
1995-96 Gaststudium an der Schule für Gestaltung, Basel (Videofachklasse)
2000 dreimonatige Asienreise

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1994 «Hauttief», Helmhaus, Zürich
«In Vitro», Kunst im öffentlichen Raum, Genf
«Bad zur Sonne», Steirischer Herbst, Graz
1996 «Das Paar in der Kunst», Helmhaus, Zürich
«Akkumulator», Filiale Basel
2000 «Stillleben», Kaskadenkondensator, Basel
2001 «Helle Nächte», Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum, Binningen (BL)
2002 «zur zeit», Kantonales Kulturzentrum Palais Besenval, Solothurn

Einzelausstellung
2002 «video speaking pictures», Kunst Raum Riehen
2003 «schaurig-schön video speaking pictures by Gabriella Gerosa», Werkraum Warteck pp, Basel

Auszeichnungen und Preise
1993 Kiefer Hablützel Stipendium
1996 Kulturförderpreis der Alexander Clavel Stiftung
1999 Förderbeitrag des Fachausschusses für Film, Foto und Video, Kantone Basel-Stadt und Basel-Land
2000 Förderbeitrag des Fachausschusses für Film, Foto und Video, Kantone Basel-Stadt und Basel-Land
2001 Eidgenössischer Preis für Kunst
Basler Künstlerstipendium
2002 Eidgenössischer Preis für Kunst
2003 ZONTA Regio Kunstpreis